Die Wurst schmeckt ja so wie "früher"!

14.09.2026 | Von Kirsten

Wir lieben kulinarisch herausragende, handwerklich hergestellte Lebensmittel und stoßen wie Trüffelschweine immer wieder auf Produzenten, die genauso arbeiten wie wir. Die ein Auge auf gute Haltungsformen der Tiere haben, herumtüfteln, sich die Hände schmutzig machen und gute, ehrliche Köstlichkeiten herstellen. Heute möchten wir euch unseren langjährigen Mettwurst-Produzenten aus der Nachbarschaft vorstellen.

Die Familie Quast sitzt im Alten Land, in Hamburg-Neuenfelde direkt am Elbdeich. Das raue Elbklima mit seiner hohen Luftfeuchtigkeit ist seit jeher ideal für die natürliche Reifung von Wurst und Schinken. Noch in den 1960er-Jahren säumten mehr als zwanzig Räuchereien den Elbdeich. Heute sind die Quasts die Letzten in der Gegend, die sich dieser aufwendigen, zeitintensiven und durchaus risikoreichen handwerklichen Produktionsweise verschrieben haben.

Das Ergebnis? Genial.

Quasts Rauchwürste sind unverwechselbar aromenintensiv, zart und charaktervoll. Eine Mettwurst mit echtem Eigenleben – und für uns ein Maßstab für traditionelle Wurstkunst.

Ein Name, der verpflichtet.

Quast ist im Alten Land kein seltener Name. Das zeigt schon die Geschichte von Jan-Erics Großvater August: Als er 1952 seine Elfriede, geborene Quast, heiratete, trugen nicht nur die beiden Trauzeuginnen den Namen Quast. Auch der Standesbeamte und der Pastor hießen so.Und Agnes Quast, die rührige Seniorchefin und unermüdliche Markenbotschafterin des Hauses, ist natürlich ebenfalls eine geborene … Quast.

Jan-Eric Quast – Schlachtermeister und BWLer – führt den 1884 gegründeten Familienbetrieb heute aus freien Stücken in fünfter Generation weiter. Produziert wird ausschließlich nach überlieferten Rezepten: naturgereifte Rohwürste, die in den Räucherkammern über viele Wochen in würzigem heimischem Buchenholzrauch reifen.

Computer? Fehlanzeige.

Der Reifeprozess ist komplett Handarbeit. Und weil beim Räuchern und Reifen vieles vom Wetter abhängt, wohnt die Familie direkt auf dem Firmengelände. Ein plötzlicher Wetterumschwung in der Nacht kann schließlich bedeuten, dass Temperatur und Luftfeuchtigkeit in den Räucherkammern angepasst werden müssen.

„Das Geschäft mit der Wurst ist ein sensibles“, sagt Jan-Eric.

Es gibt keinen Computer, der ihm sagt, wann eine Mettwurst fertig ist. Stattdessen gibt es etwas, das keine Maschine ersetzen kann: jahrzehntelange Erfahrung – und das von seinem Vater John Quast überlieferte Gespür dafür, den richtigen Reifegrad mit einem Druck des Daumens zu erfühlen.

Ist das Genial?

In einer Zeit, die von Industrie, Großkonzernen und Billigimporten geprägt ist, liest sich diese Geschichte von Leidenschaft, Handwerk und Qualitätsbewusstsein fast ein bisschen wie Nostalgie. Für uns ist Quast deshalb eine Manufaktur im wahrsten Sinne des Wortes.

Hut ab – und viel Glück für die sechste Generation!