Schuld waren wohl die Ringelsocken. Gerda, 1939 in Bremen geboren, jobbte im Sommer 1961 am Zapfhahn des Rader Schützenfestes, als Hans-Hinrich Basedahl, geboren 1934 auf einem Buxtehuder Küchentisch, in bunten Ringelsocken in ihr Leben trat. Das verwegene Outfit und die Tatsache, dass er als ausgebildeter Verkäufer für Fettwaren bereits seinen eigenes Geschäft in Winterhude führte, beeindruckte Sie so sehr, dass die beiden bald darauf ihren ersten gemeinsamen Feinkostladen in der Behringstraße in Hamburg Altona eröffneten und dann im Dezember 1962 sogar heirateten. Eine echte Liebesheirat denn Henning, geboren im Januar 1964 in Hamburg, ließ nicht lange auf sich warten.
1974 strebten die Basedahls nach neuer Größe. Räumlich durch einen Umzug nach Hollenstedt (inzwischen neben Henning auch mit den Töchtern Kirsten und Maike im Schlepptau) und geschäftlich durch den Bau der eigenen Räucherei.
In die Kunst der Herstellung des Heide-Katenschinkens wurde man von Christa Haack eingewiesen, die der Nachfrage nach Schinken aus eigener Produktion nicht mehr Herr werden konnte – die Basedahls ergriffen ihre Chance. Angefeuert mit den Drechselspänen aus der Lola-Spülbürsten Produktion entließen die Räucherkammern am 15. Oktober 1975 die ersten Basedahl Heide-Katenschinken in den Verkauf.
Sohn Henning hatte zunächst noch andere Ambitionen – er begann eine Ausbildung zum Zahntechniker – erkannte aber als J. R. Ewing Fan bald das Potenzial des elterlichen Betriebs und schwenkte um. Nach der Ausbildung zum Großhandelskaufmann am Hamburger Schlachthof übernahm er einen Job beim größten Kunden seines Vaters, den er jäh beenden musste, als sich Papa beim Schinkenzerlegen den linken Handballen wegraspelte. Ironie des Schicksals: angeblich soll der Handballen mit Material aus dem eigenen „Schinken“ wiederhergestellt worden sein.
Henning musste also ran. Seit 1997 übrigens mit größeren und moderneren Produktionsräumen (die alten Räucherkammern, Garant für den einmalig milden Buchenrauchgeschmack, blieben dabei erhalten) und ab 2000 als alleiniger Geschäftsführer. Anstatt des Lola-Spülbürsten-Buchenholzmehls werden nun computergesteuert getrocknete Buchenspäne verwendet, die einen gleichbleibenden Feuchtegrad garantieren.
Die Nachfrage und somit die Produktion konnten dabei stetig gesteigert werden, ohne das Qualitätsprädikat „Klasse statt Masse“ zu vernachlässigen. Inzwischen verlassen jährlich ca. 18.000 herrliche Heide-Katenschinken das idyllische Hollenstedt.
Für Henning Basedahl ist die Schinkenproduktion Passion. Was er seinen Mitarbeitern zuruft, gilt für ihn in gleichem Maße: „Hau rein, Keule!“